Webflow und Serendipityeffekt – wann das Surfen Vergnügen macht!
Flow ist das Versinken in eine Tätigkeit (zB ein spannender Krimi, ein herausforderndes Computerspiel, eine interessante Website usw.), wobei die Umgebung kaum noch wahrgenommen wird. Um einen Flow auf einer Website für den Nutzer zu erzeugen, muss ein Online-Auftritt nutzerinnenspezifische Informationen beinhalten. Diese müssen für den Nutzer sofort erkennbar und erreichbar sein. D.h.: Von der Startseite weg sollen die NutzerInnen auf dem Weg zu den Informationen oder bei der Durchführung von Transaktionen nie die Kontrolle über das System verlieren, während die Wege zum Ziel oder Ergebnis so kurz wie möglich gehalten werden sollen. Die Fragen - „Wie, wo und wann finde ich meine gewünschte Information?“ - können Sie nur durch Struktur und Navigation und Content beeinflussen und steuern.
Welche Informationen finden Sie hier?
Woher kommt Flow?
Wann tritt Flow ein?
Kein Flow entsteht, wenn...
Erlebnissituationen im Flow-Zustand (Grafik)
Effekte durch Flow
Flow-Konzept nach Hofmann & Nowak
Woher kommt Flow?
Die Theorie zu Flow wurde von Mihaly Csikszentmihalyi auf Basis der humanistischen Kognitionspsychologie entwickelt. Bekannt wurde Csikszentmihalyi vor allem wegen seines 1990 erschienenen Bestsellers Flow: The Psychology of Optimal Experience, in dem er den Begriff „Flow” erforscht. Er charakterisiert „Im-Flow-sein”, als eine optimale und zutiefst erfüllende Erfahrung, bei welcher die jeweilige Person vollkommen in ihrer Tätigkeit aufgeht. Flow findet sich in den bildenden Künsten, im sportlichen Wettkampf, in der spirituellen Praxis oder bei einer fesselnden Arbeitsaufgabe und beschreibt den starken, ausschließlich beim Menschen zu findenden Antrieb, über sich selbst hinauszuwachsen und über Begrenzungen zu triumphieren.Wann tritt Flow ein?
- Positive Erfahrung mit den ausgeübten Handlungen
- Aufgabe und Fähigkeiten stehen im Einklang
- Zufriedenstellendes Endergebnis
- Stete Kontrolle über die Aktionen
- Klare Fokussierung auf das Geschehen
- Keine Ablenkungen oder Behinderungen auf dem Weg zum Ziel
- Inhalte können gut erlernt bzw. leicht und schnell aufgenommen werden
Kein Flow entsteht, wenn...
- Langweile aufkommt
- Aufgabe nicht lösbar ist
- die Herausforderung zu hoch oder zu nieder ist
- der Weg zum Ziel zu lang und/oder das Ende nicht erkennbar ist
- Transaktionen zu keinem (befriedigenden) Ergebnis führen
- keine Erfahrung gewonnen wird
- Lerninhalte fehlen
- vorzeitiger Abbruch der Handlungsintention durchgeführt wird
Erlebnissituationen im Flow-Zustand
Modell der Erlebnissituation nach Massimini und Carli

Flow-Modell nach Novak, Hoffman und Yung 1998
Effekte durch Flow
Das Erreichen eines Webflow ist für Website-Betreiber auf mehreren Ebenen wichtig. Da durch den Flow-Zustand zum Teil das ursprüngliche Informationsbedürfnis in den Hintergrund gedrängt wird und eine positives Weitersurfen stattfindet. Damit kann Flow zum Branding und zur positiver Imagebildung, zum Kompetenzbeweis etc. nachhaltig auf die Kundenbeziehung des Unternehmens Einfluss nehmen.Große oder kommerziell geführte Websites können durch diverse Monitoringverfahren eine Klassifikation des Navigations- und Nutzungsverhalten durchführen und somit (zB durch assoziative Links) einen Einfluss auf den Flow ausüben. Aber immer ohne Gewähr auf Erfolg – der Mensch ist keine Maschine! Web-Usabilitytests können auch eine punktuelle Beantwortung über Flow-Eigenschaften ihres Online-Angebotes abliefern.
Flow-Konzept nach Hofmann & Nowak
Dieses Modell adaptiert das Modell von Steuer für die Online-Kommunikation, ist jedoch weiter gefasst und als Flow Prozess konzipiert. Das heißt, es soll darstellen, dass unter bestimmten Bedingungen ein Prozess beginnen könne, der bestimmte Auswirkungen zur Folge habe und während seines Ablaufs den Kommunikationsteilnehmer in einem bestimmten Maß involvieren könne. Die TeilnehmerInnen erleben dabei ein Flowerlebnis, das durch nahtlosen Übergang an Reaktionen in der Mensch-Maschine-Interaktivität, einem angenehmen innerlichen Gefühl, dem Abbau von Unsicherheitsgefühlen und durch Selbstbestätigung charakterisiert werde. Darüber hinaus bestünden eine Reihe von komplexen Feedback-Schleifen und eine dynamische Gesamtstruktur, die nicht dargestellt sind. Voraussetzungen für das Eintreten des Flow-Prozess seien drei Faktoren, die jeweils wiederum durch bestimmte Voraussetzungen erreicht würden:1.Telepresence, (virtuelle Präsenz von Personen in einem Raum) das Überwiegen der Wahrnehmung der durch die Computer Mediated Environment (CME) vermittelten Umwelt gegenüber der realen Umwelt, könne durch den Charakter der Inhalte erreicht werden (Content Characteristics): Interaktivität (Interactivity) und Lebendigkeit (Vividness). Darüberhinaus trage die Focused Attention zur Telepresence bei.
2. Focused Attention könne durch die Prozesseigenschaften (Process Characteristics) erreicht werden. Zielgerichtete, externe Motivationsfaktoren (goal-directed; Extrinsic Motivation) wie die gezielte Suche nach Produktinformationen oder Nachrichten und erlebnisorientierte, interne Motivationsfaktoren (experiential; Intrinsic Motivation) wie Spaß am Surfen im Internet führten zur Involvierung des Benutzers und damit zur Anziehung seiner Aufmerksamkeit. Die Motivationsfaktoren werden von Hoffman und Novak weiter unterteilt und im einzelnen. Werden die Eigenschaften des Angebots den Ansprüchen der Motivation nicht gerecht, so würde der Benutzer die Network Navigation verlassen oder an anderer Stelle neu beginnen.
3. Challenges and Skills: Entscheidend sei außerdem das Verhältnis zwischen Herausforderungen des Kommunikationsangebotes (Challenges) und Fähigkeiten (Skills) des Benutzers mit diesen umzugehen. Nur eine Ausgeglichenheit (S=C) führe zum Flow-Prozess. Würde der Benutzer ein Überwiegen der Herausforderungen wahrnehmen (S
Die Motivationsfaktoren 1.Benutzerinnen, die ein Flow Experience erleben, behielten mehr von den bei der Network Navigation wahrgenommenen Informationen als BenutzerInnen, bei denen der Flow Prozess nicht eintreten würde (Increased Learning).
2.Durch das Erleben eines Flow Experience steige die subjektiv wahrgenommene Kontrollfähigkeit über das eigene Verhalten (Perceived Behavioral Control) in einer Network Navigation und damit das Selbstvertrauen. Dies führe zu einer subjektiven Steigerung der Medienkompetenz für das Hypermedia CME sowie für die darin angebotenen Inhalte. Die Auswirkungen der empfundenen Kontrollfähigkeit über das eigene Verhalten auf das tatsächliche Verhalten seien dabei von größerer Bedeutung als die tatsächliche.
3.Das Eintreten in ein Flow Experience erhöhe den Forschungs- und Entdeckungsdrang des Benutzers (Exploratory Mind-set). Bei zielgerichteter Motivation zur Network Navigation schließe dies eine höhere Risikobereitschaft ein, bei erlebnismotivierter Network Navigation eine breitere Auseinandersetzung mit den angebotenen Inhalten.
4. Das Erleben des Flow Experience führe zu mehr positiven subjektiven Erfahrungen (Positive Subjective Experience) gegenüber dem Ausbleiben des Flow Process. Positive subjektive Erfahrungen seien hier vor allem positive Stimmungslagen und Befriedigung. Das Zusammenwirken der verschiedenen Auswirkungen des Flow Experience erhöhe also zum einen die Aufmerksamkeit gegenüber den angebotenen Inhalten und zum anderen die Wahrscheinlichkeit, dass der Benutzer relativ lange in der hypermedia CME bleibt und diese anschließend schon bald wieder aufsucht.
Webflow und BenutzerInnenführung Effiziente BenutzerInnenführung bedeutet, dass die BenutzerInnen mit äußerst geringen Aufwand mit der BenutzerInnenoberfläche umgehen kann. Das bedeutet weiter, dass die angebotenen Informationszugänge zu den zugrundeliegenden Informationsstrukturen und -beständen mit Hilfe einem gut erlernbaren und einem gut strukturierten Grafic-User-Interface und durch ein entsprechendes Interfacedesign visualisiert bzw. multimedial aufbereitet werden. An der Schnittstelle zwischen BenutzerInnen und Information findet so ein Dialog statt, der analog zu einer persönlichen Beratung auf die Bedürfnisse der Nutzerinnen angepasst werden muss.
Quelle: Internet, Hofmann & Novak, abgerufen 2005
Serendipityeffekt im Web
Der Serendipityeffekt bezeichnet das Phänomen, dass während der Navigation auf Hypertexten oft ein neues Suchziel unerwartet dominanter wird als das ursprüngliche Ziel. Oft wird das zuerst anvisierte Ziel dann aus den Augen verloren. In vielen Fällen stellt sich aber auch ein unerwünschter Orientierungsverlust ein, obwohl dies in der bestehenden Situationen als besonderer Freiheitsgrad oder Glücksgefühl aufgefasst werden kann. Unter Umständen öffnen sich dem/der SucherIn völlig neue Dimensionen. Er/sie kommt unverhofft zu interessanten Dokumenten und neuem Wissen und kann somit eine eventuelle Wissenslücke schließen, offene Fragen werden dadurch spontan beantwortet. Auch hier lässt sich von einem Webfloweffekt sprechen.
Serendipity Browsing
Zufälliges Explorieren und Evaluieren im World Wide Web, meistens auf Websites. Dieses zufällige Suchen und Surfen muss nicht unbedingt zu einem Ziel oder Ergebnis führen, trotzdem wird es als befriedigend und angenehm empfunden. Serendipity Browsing kann auch zu einem Webflowerlebnis führen.Mehr Infos zum Thema Serendipity Effekt finden Sie auf de.wikipedia.org/serendipity
Artikel zum Thema Flow im Internet Kein Flow ohne Content-Usability>
Bücher zum Thema Flow
Flow, das Geheimis des GlücksMihaly Csikszentmihalyi, ISBN: 3-608-94149-5, Verlag: KETT-COTTA
Wertfaktor 10
Vorsicht! Diese Buch kann nicht nur ihre Website, sondern auch Ihr Leben verändern.....
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Wertfaktor 6
Dieses Buch behandelt den strukturellen Aufbau und den Einfluss auf das Nutzungsverhalten von Websites, unter der Berücksichtigung und Einplanung des Flow-Gedankens.
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Zum Schluss
Flow und Serendibityeffekt ist nur bis zu einem gewissen Punkt planbar. Wie und ob Flow entsteht, ist eine sehr persönliche Sache und Einstellung des einzelnen Nutzers Ihrer Website. Wenn Sie aber die verschieden Nutzungszugänge in der Planung einbeziehen, in der Produktion beachten und versuchen diese, im Sinne Ihrer Website-BesucherIn zu realisieren, dann steigen Ihre Chancen sicher, dass Sie erfolgreich online kommunizieren.







